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Re: Grammatikalische Fehler Finden
Autor:markus Grosse
Datum: Donnerstag, 15.10.2020, 18:34
Antwort auf: Re: Grammatikalische Fehler Finden (markus grosse)

hallo super toll, dass ihr euch so bemüht habt mir eine Hilfestellung zu ermöglichen. Habe nun eine weitere anfrage die leider etwas ausgedehnter ist.
Es geht hierbei um einen Text von Plutarch, der über die Kindererziehung geht.
der eigentliche Text ist ca. 10 Seiten lang ich dachte es ist vielleicht eher besser, wenn ich ihn etappenweise poste.
Das Problem bei diesem Text ist, dass die erste Hauptaufgabe darin besteht, stilistische Merkmale herauszuarbeiten.
Den Text selber also die ersten 2 Seiten habe ich unter angefügt, im Herausarbeiten von Stilmerkmalen bin ich allerdings nicht so extrem fit.

Was ich bisher gefunden habe.
Plutarch verwendet mehrfach zusammengesetzte Adjektive wie z.B. kühngesinnt ruhmwürdigergibt es dafür ein fachwort auf der Seite 24 habe ich ein Diminutiv ( Verkleinerung eentdeckt..Königlein
es sind mehrfach hypotaktische Satzstrukturen erkennbar also verschtelte Haupt und nebensätze.
Die Sprache ist sehr, bildreich sollte man sobald ein Vergleich angestellt wird von einer Metapher sprechen
Ein Asyndeton habe ich glaube ich auch gefunden;Was sein Wille sei, das sei auch der Athener Wille.
der Satz welche alle Diejenigen... welche ist dies eine Art Alliteration oder eher eine Anapher da gleiche Wörter wiederholt vorkommen
Bin für jede Hilfestellung sehr dankbar
!000 dank im Voraus euer markus

Ps der
Originaltext in der Übersetzung von 1890 ca. verwendet unter anderem noch seyn statt sein

Der Text:
1. Was sich über die Erziehung freigeborener Kinder sagen lässt, und auf welche Weise
sie zu wohlgesitteten Menschen gebildet werden könnten, wollen wir hier betrachten.
2. Es möchte nun am besten seyn, gleich mit der Geburt den Anfang zu machen.
Allen Denjenigen also, welche Väter ruhmwürdiger Kinder zu werden wünschen,
möchte ich den Rath geben, nicht mit jedem gemeinen Weibe, d. h. mit verächtlichen
Dirnen und anderen Weibspersonen der Art sich einzulassen; da Denen, welche
väterlicher oder mütterlicher Seits von keiner guten Abkunft sind, oft unaustilgbare
Schmach eben deswegen ihr ganzes Leben hindurch folgt, und sie den Vorwürfen
schmähsüchtiger Menschen aussetzt. Weise spricht daher der Dichter:
Wenn so ein Haus unglücklich einst gegründet ward,
Dann müssen unglückselig die Nachkommen sein.2
So ist eine edle Geburt ein Schatz von Freisinnigkeit,3
auf welche alle Diejenigen besonders zu achten haben, welche auf rechtmäßige Weise Kinder zu gewinnen streben.
Auch finden wir wirklich Diejenigen, welche unechter und verfälschter Herkunft sind,
oft schwankend in ihren Gesinnungen und vom Gefühle der Niedrigkeit gedrückt.
Ganz wahr [C] sagt der Dichter:
Denn mutlos beugt ein kühngesinnter Mann sich oft,
Den das Bewusstsein elterlicher Schande quält.4
Dagegen findet man auch Söhne ausgezeichneter Eltern mit Anmaßung und Stolz
erfüllt. So äußerte sich z. B. Diophantus,5
des Themistocles Sohn oftmals, wie man
erzählt,6
in Gegenwart Vieler: „Was sein Wille sey, das sey auch der Athener Wille; denn
Was er wolle, wolle auch seine Mutter; Was Diese wolle, das wolle auch Themistocles,
und was Dieser wolle, sey wiederum der Wille aller Athener.“ In allewege könnte man
in dieser Hinsicht den Stolz der Lacedämonier loben, die [D] ihren König Archidamus
um Geld straften,7
weil er sich nicht gescheut, ein von Gestalt kleines Weib zu nehmen.
Denn sagten sie, er denkt, uns nicht Könige, sondern Königlein zu erzeugen.
3. Dazu gehört ferner, was indeß auch Andere vor mir bereits eingesehen, daß Die,
welche in der Absicht, Kinder zu gewinnen, sich verehelichen, entweder gänzlich
dem Genüsse des Wein’s sich entziehen, oder doch wenigstens mit Mäßigung ihn
um die Zeit der Beiwohnung genießen sollen. Denn Säufer und dem Trunk Ergebene
pflegen Die zu werden, welche von ihren Vätern in der Trunkenheit gezeugt worden
sind. [2A] Deshalb sagte Diogenes8
bei’m Anblick eines ausgelassenen und tollen
Jünglings: „Junger Mensch! dein Vater hat dich wohl im Trunk erzeugt.“ So viel über
die Erzeugung der Kinder; jetzt will ich von ihrer Erziehung reden.
4. Im Allgemeinen läßt sich von der Tugend Dasselbe sagen, was wir bei den
Künsten und Wissenschaften anzunehmen pflegen, daß es nämlich drei Stücke sind,
welche zur gänzlichen Vollendung sich vereinigen müssen: Natur, Unterricht und
Gewohnheit. Unter dem Unterrichte verstehe ich das Erlernen, unter der Gewohnheit die Übung. Der Anfang gehört der Natur an, der Fortschritt dem Erlernen, die
Anwendung der Übung, die Vollendung Allen. Fehlt Eines der eben Genannten,
so kann von einer vollkommenen Tugend die Rede nicht seyn; natürliche Anlagen
ohne Ausbildung sind blind [unentwickelt], Ausbildung ohne natürliche Anlagen ist
mangelhaft; Übung ohne Beides unvollkommen. Wie bei dem Ackerbau zuvörderst
das Land gut sein muß, dann der Ackersmann wohl kundig des Geschäfts, und der
Samen gut, eben so kann man die natürlichen Anlagen vergleichen mit dem Boden,
den Lehrer mit dem Ackersmann, seine Belehrungen und Anweisungen mit dem
Samen.9
In dieser Beziehung möchte ich wohl behaupten, daß in der Seele der von
Aller Munde gepriesenen Männer, eines Pythagoras, eines Socrates und Plato, so wie
aller Derer, die [C] unsterblichen Ruhm sich hienieden gewonnen, Alles dieses sich
vereinigt und zusammengewirkt hat. Wem aber die Gottheit solches Alles verliehen,
der ist glücklich zu nennen und ein Liebling der Götter. Sollte man indeß glauben,
Diejenigen, welche von der Natur nicht mit gleichen Anlagen ausgestattet sind,
könnten selbst durch angemessene Unterweisung und Uebung in der Tugend den
Mangel der Natur auf keine Weise ersetzen, so würde man in einem großen, ja in dem
größten Irrthume schweben. Denn Nachläßigkeit richtet selbst vorzügliche Anlagen
der Natur zu Grunde, Belehrung aber verbessert eine schlechte Anlage, und wie
dem Nachläßigen das Leichte selbst unausführbar ist, so kann das Schwierige durch
sorgfältigen Fleiß erfaßt werden. Daher wird man, wenn man seinen Blick auf manche
Erscheinungen in der Welt richtet, bald bemerken, von welchem Einfluß und von
welcher Wirksamkeit in der Ausführung sorgfältiger Fleiß und Anstrengung sind. [D]
Höhlen doch selbst Wassertropfen Felsen aus, und Eisen wie Erz wird abgenutzt durch
die Berührung der Hände; Wagenräder mit Mühe gekrümmt, werden, ungeachtet aller
Anstrengung, nicht leicht die ursprüngliche gerade Richtung wieder erhalten; die
gekrümmten Stäbe der Schauspieler wieder gerade zu richten ist eben so unmöglich.
So sehr wird oft was gegen die Natur ist, durch die darauf verwandte Mühe selbst
stärker als das Natürliche. Und doch zeigt diese allein nicht den mächtigen Einfluß
sorgsamer Thätigkeit, es gibt noch unzähliges Andere der Art. I

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markus Grosse -- Donnerstag, 1.10.2020, 07:00
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markus Grosse -- Donnerstag, 15.10.2020, 18:34