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tagein, tagaus

Will man deutlich machen, dass sich etwas Tag für Tag in immer gleicher Weise wiederholt, nutzt man gerne die Wendung »tagaus, tagein« – oder »jahraus, jahrein« aufs Jahr bezogen. Wobei sich die Frage stellt, ob auch die umgekehrte Reihenfolge der Adverbien als korrekt anzusehen ist …

Frage:
Direkt mehrfach ist die Wendung »tagaus, tagein« in den Dudenwerken verzeichnet. Etwas stutzig hat mich allerdings folgender Beispielsatz gemacht, der sich unter dem Lemma »Reif für etwas sein« im »Duden – das große Buch der Zitate und Redewendungen« findet:

»Dieser Lärm tagein, tagaus ist ja nicht mehr auszuhalten.«

Was die Frage nahelegt: Lässt sich »tagaus, tagein« ohne Weiteres zu »tagein, tagaus« umdrehen oder handelt es sich vielmehr um einen Fehler im Eintrag?

Mir persönlich erscheint die Reihenfolge »tagaus, tagein« (obgleich die Engländer offenbar »day in, day out« verwenden) einleuchtender: vom zu Ende gehenden Tag in den nächsten hinein.
Julian von Heyl, korrekturen.de

Antwort:
Es gibt beide Formen: »tagein, tagaus« ebenso wie »tagaus, tagein« (und übrigens auch »jahrein, jahraus« und »jahraus, jahrein«). Soweit ich feststellen konnte, werden beide Varianten etwa gleichermaßen häufig gebraucht.

Ich muss zugeben, dass mich dieser Befund selbst ein wenig überrascht hat, da wir in unseren Wörterbüchern bislang nur »tagaus, tagein« lemmatisiert haben.
Dr. Werner Scholze-Stubenrecht, Leiter der Dudenredaktion

Julian von Heyl am 20.08.08
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