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Dass das das das dass ersetzt, willst Du das?

das_dass.jpgEin absoluter Dauerbrenner auf dem weiten Feld der deutschen Rechtschreibung ist die Unterscheidung zwischen das und dass. Gar nicht schwer, für viele selbstverständlich – aber im Internet millionenfach falsch zu lesen. Manch einem mag es völlig egal sein, aber vielen tut es schrecklich in den Augen weh:

»Das ich WordPress für eine flexible und mächtige Applikation halte, ist sicher bekannt. (...)"

Ein Auszug von der Website eines engagierten Bloggers. Klar, viele Menschen schreiben in ihrer freien Zeit und es steht eben kein privater Korrektor zur Verfügung – da können sich immer Tippfehler einschleichen und sind selbst auf den Websites namhafter Zeitungen an der Tagesordnung. Doch Fehler bei der Verwendung der so geläufigen Wörter das und dass hinterlassen einfach einen komischen Eindruck. Als Leser geht man wie selbstverständlich davon aus, dass der Autor eines Textes bereits in der Grundschule verinnerlicht haben müsste, was es mit den beiden Wörtern auf sich hat.

Natürlich ist Rechtschreibung nicht alles, natürlich macht es oft keinen Sinn, sich an einem Buchstaben aufzuhängen. Aber egal ist Rechtschreibung nie und eben besonders dann nicht, wenn man mit seinen Texten andere Menschen erreichen möchte. Viele Menschen lassen sich sicher nicht ohne Hintergedanken von jemandem über irgendetwas informieren, der die einfachsten Grundregeln seiner Muttersprache nicht beherrscht.

Ruwen Schwerin am 09.12.10
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Kommentare

1  Erna M.

Wenn ich einen Bericht, Brief oder Zeitungsartikel lese und dabei sehe, dass jemand "dass" und "das" nicht im Griff hat, stufe ich ihn gleich in der untersten Schublade ein.
Das sind doch elementare Dinge, die man beherrschen muss!
So ergeht es mir auch, wenn jemand nur in Kleinbuchstaben ganze Seiten verfasst und dabei vergisst, die Beistriche an den richtigen Ort zu setzen. Auch wenn ich schnell im Lesen bin, den Sinn der Sache erfasse ich so viel langsamer.
Also....

Geschrieben von Erna M. am July 16, 2013 4:21 PM

2  Dimitri

Hallo Erna.
Mir geht es ganz oft wie Ihnen, weil ich diese Regel für die einfachste und logischste halte! Mir ist völlig unverständlich, dass dieser Fehler so oft gemacht wird. Aber: „unterste Schublade“ ist überzogen; da sollte man doch etwas Nachsicht üben. Rechtschreibung ist nicht alles – da hat Ruwen absolut recht. Selbst wenn man sich gern, sogar leidenschaftlich und ausgiebig (die Zeit und Lust hat ja auch nicht jeder) mit Sprache, Zeichensetzung etc. beschäftigt – wer kann schon behaupten, (sich) absolut sicher oder fehlerfrei zu sein?!
So machen Sie beispielsweise am Ende einen unnötigen, sogar zweifachen Fehler, indem Sie die Auslassungspunkte um einen zusätzlichen (unzulässigen) Punkt erweitern UND – was das Ganze besonders schlimm, ja unverzeihlich (!) macht – kein Leerzeichen dazwischen setzen. ;-)

PS @Ruwen:
„Macht Sinn“ – dieser aus dem Englischen wörtlich übersetzte Ausdruck scheint unausrottbar zu sein. Dabei gibt es doch Alternativen: „ergibt Sinn“, „ist sinnig“, „sinnvoll“ … Da sieht man mal wieder, dass Sprache ein stets wandelbares, organisches Medium ist. Was ja auch schön sein kann!

Jedenfalls hatte ich spontan Lust, ein Gedicht zum obigen Thema zu verfassen, welches vor allem darauf aufmerksam macht, dass Handlungsbedarf besteht. (Der obige Fehler ist lästig. Im folgenden Sonett vergleiche ich ihn mit einem unartigen, ungezogenen Kind. Man kann es ignorieren. Ein kleiner Klaps mag durchaus hilfreich sein. ;-) Deswegen wird man den kleinen Rabauken aber nicht gleich verprügeln oder (nach Struwwelpeter-Art mit erzieherischem Auftrag!) „in die unterste Schublade“ stecken wollen. Sehr wohl können aber verständnisvoller Rat und Nachsicht etwas bewirken.)

Das und dass

Wie kann man … das und dass nicht unterscheiden?
… Artikel kreuzen mit Konjunktionen?
Man muss den Unterschied erkennen und betonen,
Denn einen solchen gibt es zwischen beiden.

Mich lassen Ignoranz und Willkür leiden –
Bis hin zum wilden Zucken der Neuronen!
Ein Wörterbuch kann sich wahrhaftig lohnen,
Um solche Fehler tunlichst zu vermeiden.

Das DAS mit einem s ist ein Artikel
Und auch als Fürwort oft und gern gesehen;
So ist ein Kind, DAS boshaft ist, ein Nickel.

DASS Sie das Kind, DAS boshaft ist, verstehen
(Empfindet‘s doch bei Streichen einen Prickel),
DAS drängt Sie doch, dagegen vorzugehen!

Geschrieben von Dimitri am July 6, 2014 1:30 PM

3  Ruwen Schwerin

@Dimitri: Danke für das Gedicht! Zu „Sinn machen“ erlaube ich mir, einen meiner Kommentare von einem anderen Beitrag zu zitieren:

"Diesbezügliche Aufregung dürfte eher ein Beispiel für eine unreflektierte Jagd nach „Ungrammatik“ sein, die neben reinem Selbstzweck keinen Sinn macht; ausgelöst wohl durch Bastian Sicks wenig überzeugende Zerpflückung dieser Redewendung. Man kann das durchaus sehr viel differenzierter – und anders – beurteilen. Ein befreites und wendiges Sprachgefühl und -interesse sei natürlich vorausgesetzt. Jedenfalls aber eine ganz andere Kiste als Abkürzungen von Grußformeln.

Lesenswert (in fünf Teilen):

http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2007/10/01/sinnesfreuden-i/"

Geschrieben von Ruwen Schwerin am July 10, 2014 12:50 PM

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