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eine Prise einer Brise

Bei der Prise versus der Brise tauchen nicht nur häufig Unsicherheiten über die richtige Schreibweise auf, sondern auch die Bedeutungen werden mitunter wild durcheinandergewürfelt. So manch einer ist sogar erstaunt, dass das, was er für ein und dasselbe Wort gehalten hat, in Wirklichkeit zwei Wörter sind.

Als Brise wird ein frischer Wind, ein erfrischendes Lüftchen bezeichnet – so spricht man von einer schwachen oder kräftigen, einer kühlen oder auch einer steifen Brise. Das Wort, welches die Engländer auch als breeze kennen, wurde im 18. Jahrhundert über die Seemannssprache bekannt und ist französischer Herkunft, der weitere Ursprung liegt jedoch im Dunkeln.

Älteren Ursprungs ist die Prise, welche als Fremdwort seit dem 16. Jahrhundert bezeugt ist. Eigentlich handelt es sich hierbei um das substantivierte Partizip Perfekt von französisch prendre = nehmen, heißt also »das Nehmen« bzw. »das Genommene«, und in seiner ursprünglichen Bedeutung hieß es »Beute, Kriegsbeute« – im Speziellen wurde ein erbeutetes Schiff so bezeichnet.

Im 18. Jahrhundert wurde dann die Bedeutung auf eine kleine Menge Schnupftabak übertragen, »Prise« als das, was man gerade so zwischen zwei Finger nehmen konnte. Und schließlich hielt das Wort Einzug in die Küche und bezeichnet heute eine besonders kleine Menge von etwas, was pulvrig oder feinkörnig als Kleinstmenge – eben als Prise –portioniert werden kann, sei es Salz, Pfeffer oder gemahlenes Gewürz.

Verwirrend kann es werden, wenn im weiteren Sinne von einem Hauch von etwas die Rede ist: So kann einen auf einem Empfang eine Brise des Parfums der Gesprächspartnerin anwehen, womit man dann auch eine Prise davon abbekommen hat.

Julian von Heyl am 02.07.13
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